http://www.cannabislegal.de/neu/index.htm - May 25, 2012 6:59:40 PM - Dec 5, 2004 12:03:35 PM
28.11.2011
Merkel antwortet zu Cannabis-Frage[28.11.2011] Merkel antwortet zu Cannabis-Frage[28.11.2011]http://www.cannabislegal.de/neu/2011-11.htm#2011-11-28-am Bundeskanzlerin Merkel hat auf dem YouTube-Kanal der Bundesregierung auf eine Frage des Deutschen Hanf Verbands (DHV) geantwortet:
Interwiever: Und damit sind wir bei der meistbewerteten Frage, der beliebtesten Frage also. Der User, die Userin oder die User im Plural, nennen sich "Deutscher Hanfverband" und fragen: "Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt fur Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz (Kontrolle von Qualitat und THC-Gehalt) zu ersetzen und mehr Suchtpravention uber Cannabissteuern zu finanzieren?" Merkel: Ich stehe dazu ablehnend. Ich glaube, dass wir in sehr speziellen Fallen Ausnahmen gemacht haben, aber generell Cannabis nicht freigeben sollen. Naturlich ist immer die Frage: Ist ein weitgehendes Verbot immer eine Ursache auch von Schwarzmarkt; das ist ein Argument. Auf der anderen Seite: Durch eine Legalisierung wurde man die Schwelle noch weiter heruntersetzen und wir halten doch die Nebenwirkungen von Cannabis fur so gefahrlich, dass man das nicht tun sollte. Es gibt immerhin zwei Millionen Menschen, die in diesem Bereich auch Cannabis konsumieren und das ist schon viel zu viel, wie ich finde. Und insofern neige ich dazu oder ist meine Meinung, dass wir das nicht generell legalisieren sollten. Interviewer: Nun sind es zwei Millionen Nutzer oder Kaufer von Cannabis, es sind aber um ein Vielfaches mehr Menschen, die naturlich in Deutschland Alkohol und Tabak konsumieren. Das wird besteuert, ist also in unser ganz normales System eingegliedert. Warum gibt es diesen Unterschied, ist das historisch zu rechtfertigen oder lasst sich das heute auch - wie auch immer - plausibel anhand von Fakten begrunden? Merkel: Wir sind der Meinung, dass Cannabis als Droge eingestuft werden muss - das ist auch international so. Und das bedeutet, dass auch der Konsum von geringen Mengen sehr, sehr hohe Abhangigkeiten schaffen kann. Bei Alkohol und Zigaretten ist ein vernunftiger, begrenzter Umfang nicht sofort so suchtgefahrdend, wie das bei Cannabis - nach unserer Auffassung ? ist. Sicherlich hat gerade Alkohol auch etwas mit einer Tradition zu tun, aber in Masen genossen ist ja Alkohol - als Erganzung zum Essen zum Beispiel - nicht etwas, was sofort Sucht verursacht. Dennoch muss man auch hier viel Pravention und Aufklarung machen.DHV-Vorsitzender Georg Wurth nannte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd die Antwort der Kanzlerin "erschreckend uninformiert", was etwa ihre Aussagen zum Suchtpotenzial von Alkohol und Nikotin auf der einen Seite oder Cannabis auf der anderen Seite angeht. Wurth kommentierte Merkels Antwort in einer Pressemitteilung vom 23.11.2011 wie folgt:Der DHV fragte nicht einfach nur nach Legalisierung, sondern auch nach Jugend- und Verbraucherschutz, was durch einen legalen und regulierten Markt erst ermöglicht würde. Außerdem wurde die Frage angesprochen, ob es nicht sinnvoller wäre, Cannabis zu besteuern und das Geld in mehr Suchtprävention zu stecken. Auf all diese Aspekte ist Merkel nicht eingegangen, obwohl sie vor ihrer youtube-Aktion versicherte, sie wolle sich intensiv mit den Fragen auseinander setzten. Ihre Antwort zeigt, dass sie sich mit dem Thema nicht fachlich beschäftigt hat. So fabuliert sie, Cannabis könne schon "in geringen Mengen eine sehr, sehr hohe Abhängigkeit schaffen". Dass die Gefahr, von Cannabis abhängig zu werden, wesentlich geringer ist als bei Tabak und dass Alkohol erheblich mehr Suchtprobleme mit sich bringt, will sie wohl gar nicht wissen. Denn sie meint, Cannabis sei eine Droge, Alkohol aber nicht. Damit hat die Kanzlerin wohl kaum jemanden von ihrem Standpunkt überzeugt. Auch das Argument, eine Legalisierung würde die Schwelle für Cannabis herabsetzen, entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage, wie schon das Beispiel Niederlande zeigt. Der Erfolg der Cannabis-Frage an die Kanzlerin zeigt einmal mehr, wie groß der Diskussionsbedarf in Sachen Cannabispolitik ist. Millionen von Konsumenten in Deutschland sind von unsinnigen Repressionsmaßnahmen betroffen. Die Mehrheit der Bürger will die Jagd auf Hanffreunde beenden, während die Politik das Thema immer wieder mit platten Scheinargumenten deckelt. Genau das ist der Grund, warum sich so viele Leute Merkels Antwort auf diese Frage hören wollten, warum so viele die Petition des Deutschen Hanf Verbandes unterstützt haben, warum bei jedem Zeitungsartikel zu dem Thema besonders viele Menschen mit Leserbriefen zu Wort melden. Von der Regierung kommt nur ein hilfloses "Weiter so!". Dabei stehen die Zeichen der Zeit längst auf Debatte.Die Antwort von Bundeskanzlerin Merkel[DHV, 23.11.2011]DHV-Homepage