Nachrichten von einer kleinen grünen Insel im Atlantik
http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php - May 19, 2013 2:19:58 AM - Oct 9, 2011 8:30:43 AM
Sonntag 19.05.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1019 hPa Nur das Wetter? Viehmarkt in San Isidro mit sehr geringer Beteiligung Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren die "Ferias de Ganado" so ziemlich der Jahreshöhepunkt für die Landbevölkerung. - Damals waren das auch noch richtige Viehmärkte, auf denen gehandelt, gekauft, verkauft, gesoffen, geprügelt und geschnackselt wurde, heute sind das allerdings nur noch Leistungsschauen, auf welchen die Landwirte ihr Großvieh bringen, weil man sie von der Gemeinde dafür bezahlt. - Es kommt auch immer weniger Publikum, für junge Menschen, außerhalb der Viehzucht aufgewachsen, ist es einfach auch kein Grund zu feiern, weil man sich dicke Kuhbäuche und gewaltige Stierhoden angucken kann. - Einzige Ausnahme dabei scheint der Viehmarkt "San Antonio del Monte" in Garafía, aber dort hat man es geschafft, die Rahmenveranstaltungen längst von der reinen Viehschau so weit selbstständig zu machen, dass "San Antonio del Monte" auch ohne eine einzige Kuh stattfinden würde. - Dorthin gehen auch viele Jugendliche, und es ist längst üblich, dort dann auch zu übernachten, in mitgerbachten Zelten und reichlich Picknickhardware, weil es eben auch zu weit weg vom Schuss ist um am selben Abend wieder zurück zu fahren, und Tausende nehmen an diesem "Woodstock" mit Kuheuter und Volksmusik teil, und die Kühe spielen längst nicht mehr die erste E-Gitarre. - Aber die anderen Viehmärkte, wo es außer Kühen nur noch einen Kiosk gibt und einen missgelaunten Sonnenbrillenverkäufer, die locken kaum noch Publikum an und so sieht man das in der Gemeinde Breña Alta auch sehr kritisch. - Zumindest meint Blas Bravo, Gemeindevater seit unzähligen Jahren, nun aber nur noch Rat für Landwirtschaft, dass man sich wohl überlegen muss, ob denn dieser Viehmarkt da oben in San Isidro weiter Sinn macht. - Die geringe Zahl der Besucher, aber auch der Landwirte, die lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass es kaum noch Interesse für solche Veranstaltungen gäbe und man so noch nicht weiß, ob es im kommenden Jahr auch wieder den Viehmarkt von San Isidro geben wird. - Der Bürgermeister allerdings sieht das anders, es seien wohl weniger Tiere dagewesen, etwas mehr als die Hälfte des vergangenen Jahres, aber die Qualität sei dadurch gewachsen. - Interessantes Argument, und der Bürgermeister schiebt die geringe Beteiligung der Bevölkerung an dem Viehmarkt ganz dem schlechten Wetter zu, welches in den letzten Tagen besonders im Norden und Osten der Insel tatsächlich die Geschichte nicht wirklich einfacher macht. - Auch der Viehmarkt in El Paso, der hat in den vergangenen Jahren von Besucherschwund Kund tun müssen, und auch dort überlegt man sich, ob denn diese Veranstaltung weiterhin überhaupt noch Rückhalt und Unterstützung in der Bevölkerung findet. - Allerdings macht man zunächst weiter, wird sich aber sicherlich überlegen müssen, ob man denn diese Tierschauen nicht einfach mit interessanten Rahmenprogrammen begleitet, nur um Kühe und Ochsen zu betrachten, kann man kaum noch Leute aus der guten Stube locken, und schon gar nicht, wenn das Wetter nicht stimmt.
Früher, als alles anders...
Samstag 18.05.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1018 hPa Höchsttemperatur heute 18,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad Kleinigkeiten WiFi auf dem Schiff, Cabildo macht Druck auf Iberia Express, und La Palma in Farbe Wir hatten ja nicht schlecht gestaunt, dass die Fluggesellschaft "Norwegian" an Bord WiFi gratis für ihre Passagiere bereit hält. - Bei uns gibt es nun WiFi auch auf dem Schiff, aber dieses Schiff umsegelt nicht die Weltmeere, sondern bleibt hübsch bei uns auf der Plaza la Alameda stehen, in unserer Hauptstadt Santa Cruz. - El Barco de la Virgen wird das Schiff genannt, obwohl es in einem Gedicht über die Bajada de la Virgen de las Nieves, nämlich dem berühmten Dialog zwischen dem Schiff und der Burg, mit dem Namen "Estrella de los Mares" genannt wird. - In dem Schiff, welches niemals segeln wird, ist das Meeresmuseum untergebracht, das "Museo Naval". - Und dort hat man nun WiFi gratis, der Witz aber ist, man muss den Eintritt bezahlen. - Modern will man sich geben, und denkt dabei auch an die vielen Kreuzfahrer, welche die Stadt besuchen und das ist gar nicht so unrichtig, denn uns hat man erzählt, auf vielen Kreuzfahrtschiffen muss man zum Teil deftige Gebühren für die Internetbenutzung zahlen. - Allerdings bevölkern die Ausflügler von den Schiffen lieber die Cafés der Stadt, welche meist auch diesen Dienst ihren Kunden anbieten, aber vielleicht klappt es ja auch, so ein paar mehr Besucher ins Meeresmuseum zu locken. Wir wissen es ja, eine Insel die nicht zu erreichen ist, die braucht sich wenige Hoffnung auf Tourismus zu machen. - Oft genug haben wir bereits über die schlechte Erreichbarkeit La Palmas aus Norddeutschland berichtet, besonders im Sommer, aber auch die Anbindung mit Madrid ist nicht so, wie wir uns das wünschen. - Man könnte ja schöne Verbindungen basteln über die spanische Hauptstadt, aber die fliegen ja auch oft nur zweimal oder dreimal die Woche, und im Sommer immerhin viermal. - Aber auch die Uhrzeiten sind zum Teil katastrophal, so dass man nun seit geraumer Zeit bereits an das Förderungsministerium herangetreten ist, um einen festen und garantierten täglichen Flug zwischen Madrid und La Palma zu erreichen. - Dafür gibt es die Möglichkeit des "OSP" (Obligación de Servicio Público) und dabei würde man die Fluggesellschaft zwingen, zu einem bestimmten Uhrzeit und an jedem Tag der Woche ein Flugzeug zu schicken. - Allerdings bezahlt dann Madrid auch die Kosten, wenn die Auslastung nicht stimmt, aber das kann uns doch egal sein, meint man hier. - Gefordert hat man das bereits eine Weile, und weil nun die Iberia Express nur für den Sommer mehr Flieger angeboten hat, aber uns für den Herbst schon wieder im Unsicheren lässt, versucht man seitens des Cabildo Insulares erneut Druck auf Iberia Express zu machen und gleichzeitig auch auf das Ministerium in Madrid, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die das nicht wirklich kratzt, und wir es gar nicht hinbekommen, ordentlich Druck aufzubauen. - Immer noch meine Lieblingserklärung für Druck und Gegendruck: - Druck ist, wenn man einer Kuh so die Hörner zusammendrückt, dass die einen Furz lässt, und Gegendruck ist, wenn man der Kuh so heftig in den Hintern bläst, dass die Hörner wieder gerade stehen. - Das denken Sie sich jetzt in derber bayrischer Mundart, dann kommt das auch lustig rüber. Vielleicht ist es Ihnen ja auch schon mal aufgefallen, dass man hier auf La Palma durchaus Mut zur Farbe hat. - Nicht nur ist unsere natürliche Umgebung bereits ein bemerkenswertes Farbspiel mit den Grundtönen Grün, Schwarz und Weiß, als Kiefern, Lava und Wolken, und darauf setzen sich dann die Blütenträume in allen erdenklichen Farben und verzaubern unsere Umgebung. - Aber auch die Menschen tragen dazu bei, mit dem Mut zur Farbe. Seien es die Häuser oder andere humane Beiträge zu dem Ganzen, was diese Insel ausmacht. - Richard Wurdel hat das auf seinem Besuch hier auf der Insel wunderbar eingefangen, die Farben La Palmas neu in unserer Fotogalerie. Fulanito de tal dice hoy: Besar el suelo que otro pisa Den Boden küssen den ein anderer betritt. - Wenn man jemand richtig verehrt, dann sollte man seinem Beispiel auch mit Hingabe folgen. Da war doch mal ein Papst
Auch dieses Bild ist aus der angesprochenen Galerie, also die "Estrella de los Mares" oder einfach nur "Barco de la Virgen"
Samstag 18.05.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1016 hPa Krise, wo denn? Neue Autos, und jeder hat ein Smartphone Man muss schon ganz genau hinsehen, um bei uns die "Krise" überall erkennen zu können. - Meine Frauen waren gestern Nachmittag bis in den Abend hinein in der Hauptstadt zum Bummeln und auch Einkaufen, und das machen die gerne mal ohne mich, denn ich bin nicht wirklich das, was man einen gelungenen Einkaufsbegleiter nennen könnte. - Und was die so berichten ist wohl interessant, denn die Hauptstadt war voll, die Läden ebenso, von wegen Agonie und Stillstand, da muss es zwischen Berichterstattung und letzten Eindrücken eine Parallelwelt geben. - Gut, die Zahlen belegen die Krise, der äußerliche Eindruck aber nicht, und die vielen neuen, und besonders großen Autos, welche uns hier auf den Straßen begegnen, wollen eigentlich auch zeigen, dass hier keine Krise an unserer Volkswirtschaft nagt. - Kein Jugendlicher ohne Smartphone, kostet doch auch eine Menge Geld, oder die monatlichen Gebühren und reihenweise Klamotten von angesagten Labels. - Auch scheint der Einzelhandel auf der Insel den Auftritt von Lidl ohne Weiteres weggesteckt zu haben, noch keine massenhaften Entlassungen von Angestellten, noch keine Geschäftsaufgaben, welche man der neuen Konkurrenz zuschreiben könnte. - Auch siedelt sich MacDonalds an, da wird schon gebaggert vor der Marina in Santa Cruz, und die sind doch nicht blöd und investieren auf verbrannter Erde. - Ist denn nun das ganze Geschwafel um die "Krise" alles nur dünner Rauch, den wir da tagein, tagaus in die Luft blasen? - Leider nein, auch wenn man eben bei uns genauer hingucken muss, um die Folgen der immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen erkennen zu können, denn auch bei uns gilt es nicht sonderlich als schick, arm oder gar bedürftig zu sein. Und auch bei uns gibt es eben viele krisenresistente Berufe und wer mit Bananen oder Politik sein Geld verdient, der kann auch nicht wirklich klagen, wobei bei uns das Tiefstapeln mit gleichzeitigem Höherlegen bereits schwindelerregende Phantasien erreicht. - Wer reich ist, der würde das hier niemals aussprechen, ganz bestimmt nicht, der jammert genau so herum, wie alle anderen auch, wie schwer alles geworden ist, lässt sich dann in der Kneipe auch noch zu einem gemeinsamen Krisenbier einladen, und steigt dann, weil er weg muss, in seinen Panamera, den er vor dem Laden geparkt hat. - Drum Tiefstapeln und Höherlegen, bei uns sind Statussymbole nicht unbedingt schnell, aber immer groß und hoch. - Die Verlierer, die sieht man einfach gar nicht, weil sich die meisten eben nicht die Mühe machen vor der Tür der Caritas mal zu warten, wer denn da alles anklopft oder beschämt hineinschlupft. - Armut ist die wie Akne, man schämt sich dafür und tut alles, damit das keiner mitbekommt. - Am Garten kann man es sehen, wo früher Blumen wuchsen oder gar das Unkraut freie Bahn hatte, da sind heute geradlinig die Furchen gezogen um Kartoffeln und sonst was anzubauen, damit man den Weg in die Läden seltener einschlagen muss. - Und in den Kneipen kann man das sehen, nicht in allen, die "In" Schuppen sind weiterhin voll, aber die kleineren und früher verrauchten Buden, in denen die Arbeiter ihren Feierabend eingetrunken haben, die sind leer, oder nur ein paar Gesichter hängen an der Bar und dehnen ein Bier auf eine Stunde aus, weil das zweite im Geldbeutel schon schmerzt. - Die Einen haben, die Anderen zeigen nicht, dass sie nichts haben, so wunderbar lügen wir uns den Alltag zurecht und wer von außen kommt und gehört hat, dass wir hier über 30% Arbeitslosigkeit haben, der wird geschockt fragen, ob wir uns da nicht verzählt hätten. - Kein Essen mehr im Haus, aber der Junge bekommt ordentliche Klamotten und das neueste Handy, und vor dem Haus ist stets gefegt und aufgeräumt. - Mit uns kann man das machen, außen hui, und innen beißen wir uns halt auf den leeren Magen.
Freitag 17.05.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1015 hPa Höchsttemperatur heute 19,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad Familienaufstellung Jeder hat seinen Platz Hätte mir einer vor zehn Jahre gesagt, dass ich mal vier Katzen haben würde, und einige der Viecher bei mir sogar im Bett schlafen dürfen, dann hätte ich den traurigen Trottel herzlich ausgelacht. - Jetzt bin ich der Trottel, aber meist nicht traurig, und die Katzen haben einen anderen Menschen aus mir gemacht, weil man sich eben auf diese Tiere einlassen muss, will man überhaupt eine Beziehung zu diesen verschlagenen Raubtieren aufnehmen. - Wir haben gleich vier Katzen, wie sich vielleicht schon herumgesprochen hat, und deren interne Beziehungen, die überblicken wir zum Teil nicht, oder nur ganz schwer. - Schiere Charakterköpfe, Eigenbrötler, Zimt- und Cayennezicken, Eidechsen und Vogelmörder und auch Schmusekugeln. - Paul steht über allem und über allen, und ist dennoch der einzige, der auch mit allen anderen Katzen hervorragend auskommt. Er war halt zuerst da, alle anderen haben sich dem untergeordnet und ohne Gewalt oder große Drohungen beherrscht der Souverän seine Meute, humane Mitglieder eingeschlossen. - Gut, vor allem mich, ich gebe es zu, ich behandle unsere Katzen nicht gerecht, sondern ziehe immer den Paul vor, kommt aber eben aus der Zeit, als der praktisch in meiner Hosentasche aufgewachsen ist. - Vielleicht ist Paul auch überhaupt nicht daran interessiert seine Stellung zu festigen, er ist einfach da, keiner macht ihn an, und damit ist Ruhe. - Was er nicht mag ist, mit den anderen zusammen fressen, aber das hat auch was damit zu tun, dass eben Mops und Mia grausame Tischsitten besitzen und sich sogar bis hin zum Fauchen herabwürdigen, und das Futter schlingen, als wären sie Hunde. - Meist bekommt Paul dann mit Lucky sein Futter in der Küche, die anderen draußen auf der Terrasse, und nur selten gelingt es uns, da alle vier in Frieden an den Schälchen zu haben. - Lucky, die zwar vier Beine hat, aber nur drei davon reichen bis zur Erde, die kommt prima mit Paul aus, da gibt es nie Probleme und relativ gut mit Mia. - Mit Mops allerdings gibt es häufig Streitereien, da werden dann auch Ohrfeigen verteilt, aber wirklich gekämpft wird nicht. - Wir haben nie herausbekommen, ob denn Lucky und Mops wirklich Bruder uns Schwester sind, aber wir haben die zusammen bekommen, im gleichen Alter und Lucky hatte noch eine blutige Pfote, das musste also gerade kurz vorher passiert sein. - Mops und Lucky schlecken sich niemals gegenseitig ab, was da vorgefallen ist wissen wir nicht, selbst die Mia, die Bitch aus Los Llanos ist da oft gnädiger und gibt so manche Streicheleinheit, die sie erhält, auch zurück. - Mops und Mia haben sich beim Fressen immer in den Haaren, brummen aber nur, während sie sich gegenseitig die Happen vom Schälchen ziehen, zum Fauchen oder gar zum Schlagabtausch kommt es zwischen den beiden nicht, irgendwie scheinen sich die in ihrer Fressgier zu verstehen und das verbindet wohl. - Mia ist absolut respektlos allen anderen gegenüber, lediglich der Paul zeigt auch hier seine Ausnahmestellung, die kleinen Scheinkämpfe werden dann beendet, wenn Paul Schluss macht und dann ist es auch wieder gut. - Selbst dem humanen Teil der Familie zeugt Mia keinerlei Respekt, schnappt man sich die Dame und will schmusen, dann fängt man sich selbst ohne Warnung schnell einen Biss oder eine Kralle ein, nicht letal, aber doch spürbar, gegen ihren Willen geht nichts. - Lucky ist die weise Dame bei uns, die allerdings ab und zu auch einen Anfall bekommt und dann vor dem Futterplatz stehen bleibt und uns lauthals beschimpft und auf unsere Aufgaben hinweist. - Das kann Stunden gehen, selbst wenn sie gerade gefressen hatte, ohne dass man irgendetwas herausrückt lässt die nicht weiter ruhig, es kann aber wohl passieren, dass sie das Fressen dann nur einmal ansieht, auf der gesunden Pfote kehrt macht und verschwindet. - Mag ein Machtkampf sein mit uns Zweibeinern, meist gewinnt sie, weil man das irgendwann nicht mehr hören will und weil Lucky sowieso einen Schutzreflex bei uns auslöst, es scheint, die will das ab und zu einfach wieder bewiesen haben. - Vier Katzen, neun Welten, die eine kann nicht mit der anderen und ein weiser alter Eunuch behält mit sanften Pfoten die Ordnung über diesen Haufen, der sich heute zu eigenen Ehren endlich mal friedlich zu viert fotografieren ließen. - Ich kann es immer nur wiederholen, ich wäre am liebsten eine meiner Katzen Fulanito de tal dice hoy: Bajarle a uno los humos Einem den Dampf absenken. - Wenn man sich jemand zurechtlegen will, dann dreht man ihm den Dampf ab. - Jemand wieder auf den Boden der Realität zurückholen.
Von links nach rechts: Paul, Mops, Mia und Lucky, die Hand ist die meiner Frau
Freitag 17.05.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 15 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1012 hPa Der "Fall Juanra" bleibt weiter Tagesthema Niemand hat etwas gewusst Äußerst auffallend ist auch, dass die kanarenweit erscheinende Tageszeitung "El Día" nun den dritten Tag hintereinander als Titelgeschichte die mysteriösen Vorgänge um die Einstellung des Ex-Bürgermeisters der Stadt Los Llanos als Veterinär in der "GMR" bringt. - Solche Ehre kommt sonst niemandem zum Teil, die wollen das wissen und geben keine Ruhe und so findet der Beobachter natürlich auch, dass die sich die Geschichte nicht aus den Rippen geleiert haben können, sondern dass da was dran sein muss. - Ich werde nun die gesamten Vorfälle nicht erneut schildern, wer gar nicht weiß, um was es hier geht, der geht zurück zum Mittwochmorgen und liest dort die Vorgeschichte. - Auch fällt auf, dass Juan Ramón Marín sich gar nicht in der Öffentlichkeit zeigt, und sich noch nicht zu den Angriffen in den Zeitungsartikeln geäußert hat. - Ein Schuldeingeständnis ist das natürlich nicht, aber Juan Ramón Marín hat sich sonst immer auffallend schnell zu diversen Themen interviewen lassen. - Wer sich aber nun öffentlich dargestellt hat, das ist der politische Chef des Landwirtschaftsrates und damit auch der öffentlichen Firma "GMR" (Gestion de Medio Rural) welche ja die Ausschreibung für den Posten eines, wir sollten es wohl Amtstierarztes nennen, aufgelegt hat. - Juan Ramón Hernández Gómez lässt jetzt in einem Artikel ganz klar wissen, das er überhaupt nichts davon gewusst hat, dass die "GMR" überhaupt eine solche Ausschreibung laufen hat, und hat erst später erfahren, dass sein guter Freund, Juan Ramón Rodriguez Marín, diesen Posten erhalten hat. - Er hätte sich sehr darüber gefreut, allerdings hätte er überhaupt keinen Einfluss darauf, denn die "GMR" arbeite autonom und würde nicht in allen Angelegenheiten gleich den obersten politischen Rat anrufen. - Diese Haltung hatte man erwartet, allerdings scheint es unwahrscheinlich, dass die "GMR" ohne Wissen der obersten Führung Tierärzte einstellt, während doch gleichzeitig Mitarbeiter dieser Firma in "ERE" geschickt werden, die spanische Version der Kurzarbeit, aber bei Null-Stunden. - Auch wird der palmerische Ableger der "GMR" ja komplett aufgelöst werden, warum dann da noch ein Tierarztposten her muss, das bleibt fragwürdig. - Diese Stelle als Tierarzt gab es aber auch nur für ein halbes Jahr, mit der Option auf Verlängerung um ein weiteres halbes Jahr und es ist bislang noch nicht berichtet worden, ob Juan Ramón Marín denn nur ein halbes, oder ein ganzes Jahr beschäftigt war. - Juan Ramón Hernández scheint aber unantastbar zu sein, vermuten kann man alles, aber vor welchem Gericht auch immer, sind Vermutungen natürlich weniger als Schall und Rauch. - Theoretisch kann auch Juan Ramón Marín zunächst niemand etwas, wenn er einfach nur seine Bewerbung abgeschickt hat, als Antwort auf die Einladung zur Ausschreibung, dann hat er in seinen Augen den Wettbewerb korrekt gewonnen und auch den Dienst bei der "GMR" legal abgeleistet. - Aus einem anderen Artikel, natürlich auch von "El Día", kann man auch noch den Vorwurf lesen, er wäre zwar nun der Veterinär der "GMR" gewesen, aber kein Landwirt hätte ihn jemals seine Arbeit machen sehen, und wie viel Wahrheit da nun dran ist, das können wir natürlich überhaupt nicht abschätzen. - So bleibt also im Moment als greifbare Person, José Luis Rodríguez Lorenzo übrig, der Chef der "GMR", welcher auch für den Wettbewerb zuständig war. - Hier steht ja der Vorwurf im Raum, dass man den beiden anderen Tierärzten gar keine Einladungen zur Bewerbung hätte zukommen lassen und die Unterschriften auf den Zustellungsbelegen gefälscht hätte. - Beide Tierärzte sagen nämlich aus, dass man niemals eine solche Einladung erhalten hätte und seitens der Geschäftsleitung der "GMR" heißt es dazu, dass es ja gut sein könnte, dass Familienangehörige oder Mitarbeiter die Post entgegengenommen haben aber dann vergaßen, diese weiter zu geben. - Theoretisch möglich, aber eben sehr unwahrscheinlich und wenn man hier ein Einschreiben erhält, dann muss man nicht nur unterschreiben, sondern auch noch seine "NIF" (Número de Identificación Fiscal), also die Steuernummer mit angeben, die Nummer welche einen ein Leben lang in Spanien begleitet. - Keine angenehme Position in welcher sich die Beteiligten befinden, denn "El Día" hat mit seinen drei Titelgeschichten hintereinander klar gemacht, dass man den Fall nicht auf sich beruhen lassen wird und alle Welt, sei es auch nur die Mondo Piccolo hier auf La Palma sieht zu, ob denn investigativer Journalismus auch hier auf den Kanaren gelingen kann.
Donnerstag 16.05.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1013 hPa Höchsttemperatur heute 19,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad Cabra-Burger Fast-Food downgeslowt Wenn schon Anglizismen, dann richtig daneben, sonst macht es keinen Spaß. - Eine der inzwischen üblichen Tapas und Copa-Touren ist gerade wieder zu Ende gegangen, und nun werden die Siegerrestaurants genannt. - Angefangen hat das vor Jahren mal hier im Aridanetal mit der "Ruta del Gallo" und der Trick dabei ist immer der gleiche, die Cafés, Kneipen und Restaurants bieten dann eine besondere Tapa und ein Getränk zum Preis von 2,50 Euro, um auch mal Publikum auf sich aufmerksam zu machen, welches sonst nicht kommt. - Die Kunden bekommen dann auch noch irgendwelche Preise, wie Mützen oder Schürzen und am Schluss gibt es dann meist auch noch eine Auslosung für einen größeren Preis, welcher oft ein Wochenendaufenthalt in einem Ferienquartier ist. - Jetzt geht zu Ende die zweite Auflage der "Ruta Gastronómica de Cruces y Tapas", welche in den Gemeinden Santa Cruz de La Palma, Breña Baja, Breña Alta und Mazo abgehalten wurden. - Gastronomische Tour der Kreuze und Deckel heißt das korrekt übersetzt, und jeder der schon mal an Spanien gerochen hat, der weiß natürlich was der "Deckel" bedeutet, so nennen wir eine Kleinigkeit an Speise, welche zu einem Getränk gereicht wird.- Außerhalb der festen Mahlzeiten isst man hier zum Trinken und nicht umgekehrt, kommt mir manchmal sehr gelegen, mich stört dieses viele Essen beim Wein immer Das mit dem Kreuz, das kommt daher, dass diese Tour im Mai gemacht wird, und dieser Monat ist eben auch für die Kreuzfeste in den genannten Gemeinden sehr wichtig. - Die Wirte der Etablissements, welche an diesen gastronomischen Touren teilnehmen, die werden auch immer phantasievoller mit ihre Kreationen und manchmal kommen sogar richtig bekloppte Sachen dabei raus, wenn mal wieder ein Wirt über das kulinarische Ziel hinausschießt. - Also, die Gewinner sind, zunächst der Kiosco de la Playa de la Salemera mit der Schöpfung "Arena blanca" also weißer Sand und das ist ein Flan aus Spinat mit geräuchertem Marzipan in einem Blätterteignest und ich glaube, Sie wissen nun was ich meine, mit dem "über das Ziel hinaus". - Und wenn Sie glauben, ich erzähle Mist, ich kopiere Ihnen gerne noch das Original aus der Pressemeldung rein: "flan de espinacas y queso ahumado de almendras en nido de hojaldre" - Queso de almendra, das ist unsere Art Marzipan zu machen. - La Bodeguita de Los Cancajos wurde ebenso ausgezeichnet, für ein Gericht mit Ziegenfleisch mit Süßkartoffeln, also etwas Bodenständiges. - Der Parador bekam auch einen Preis für sein Gericht Kaninchenrücken mit weißem Porree gefüllt und dazu mit Käse überbackenen Süßkartoffeln und das ist auch eine gehobene Darstellung von palmerischen Grundzutaten, da tut sich also was in Richtung "Neue Palmerische Küche". - Back to the roots ging man im Restaurant "El Carajo", und dort servierte man Gofio in Wein, eine so genannte "Ralera", die man eigentlich sonst am frühen Morgen mit Milch kennt anstatt Wein. - Auch wurde ausgezeichnet die Bodega "La Paranda" in der Hauptstadt, dort gewann man mit einem Salat mit Stockfisch und Bananen. - Zusätzlich ausgezeichnet wurde auch noch die Cinnamon Bar, und die bekamen eine Auszeichnung für ihren guten und freundlichen Service. - Auf La Palma ist freundliche Bedienung zunächst nichts anderes als formloser Gewaltverzicht - Der Spruch stammt eigentlich aus dem Bayrischen Wald, aber als von dort stammender kann ich Ihnen durchaus versprechen, dass es viele Gemeinsamkeiten zwischen niederbayrischen Grantlhubern und voll krass endemen Palmeros gibt. - Ich gratuliere herzlich den Gewinnern, hätte aber am allerliebsten in der Tasca El Refugio gegessen, dort gibt es die palmerische Antwort auf die Globalisierung der kulinarischen Weltformel, den Cabra-Burger, also einen platten Klops aus Ziegenhackfleisch. - Verschluck dich dran MacDonalds, wir haben Fast-Food downgeslowt, auch wenn unser Englisch meist so schlecht ist, dass sich nur zwei Spanier gegenseitig in dieser Fremdsprache unterhalten können. Einen Nachtrag noch zu gestern. - Es gibt nicht nur auf der Ostseite die Tradition, gebrauchte Kleidung für Bedürftige auch an Bushaltestellen abzulegen. - Bei der Cascada oberhalb von El Paso wird das auch gemacht, und im Nordwesten zwischen Las Tricias und La Punta. - Danke für die Hinweise! Fulanito de tal dice hoy: Bajar la guardia Die Wacht sinken lassen. - Das sagt man, wenn man einer Situation nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit oder Vorsicht gelten lässt.
Palmerische Systemgastronomie
Donnerstag 16.05.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1013 hPa Sag mir wo die Deutschen sind, wo sind sie geblie-he-ben Große Anteilnahme am Reizthema Zu keinem anderen Artikel habe ich so zahlreiche Reaktionen bekommen (außer zum 1. April, aber das ist doch ein Scherz ) wie zu der Feststellung, dass uns immer weniger Gäste aus Deutschland besuchen und wir nicht so wirklich wissen, warum das so ist. - Dafür will ich mich zunächst mal bedanken, wir hier sind ja betriebsblind und brauchen immer mal wieder einen gründlichen Scheibenwischer von außen. - Viele Details wurden da geschildert, von manchen hatten wir nicht die Spur einer Ahnung, aber im Großen und Ganzen geht es hauptsächlich um das Thema Erreichbarkeit und die relativ hohen Kosten eines Urlaubes auf La Palma. - Das treibt uns natürlich zunächst die Tränen in die Augen, denn wir vermieten hier Ferienwohnungen, die preiswerter sind als Jugendherbergen in Deutschland und Mietwagen, welche weniger kosten als noch vor 15 Jahren und ein Glas Weizenbier 0,5 Liter kostet 2,50 Euro und ein halbes Brathähnchen 3,90 Euro im Restaurant und ein Glas Wein 1,20 Euro. - Aber der Flug, der kostet 400 Euro, und damit sind wir im Paket teurer als Ägypten, Tenerife oder Domrep mit "all inclusive" und darum funktioniert die Ferienmaschine mit La Palma nicht mehr so richtig. - Dabei hat ein Flug nach La Palma, in den so genannten "guten Zeiten" auch meist 800 D-Mark gekostet, zumindest habe ich so viel bezahlen müssen mit der Germania oder Deutschen BA, also ich noch ab und zu nach Deutschland geflogen bin. So richtig stechen kann dieses Argument eben nur, wenn man uns mit anderen touristischen Destinationen vergleicht und eben den globalen Trend verfolgt, dass man mehr Umsatz fordert, um die gleiche Rendite zu erlangen. - Und da sind wir gleich beim ersten Knackpunkt, warum wir kräftig an deutschen Urlaubern verloren haben über die Jahre, es gibt zu wenige und auch zu unbequeme Flugverbindungen nach La Palma. - Das ist natürlich auch mit eine Folge der immer geringer werdenden Margen im touristischen Geschäft, früher, als alles anders war, und nur manches besser, da konnte man als Fluggesellschaft noch Geld verdienen mit einer Auslastung von vielleicht 50 Prozent, heute geht das nicht mehr und die können es sich eben nicht mehr erlauben Ziele anzubieten, welche eben keine Auslastung von an die 80 Prozent garantieren. - Wir müssen bloß die Statistik noch mal ansehen, und den Zeitraum November bis April 2011/2012 betrachten (dritte Tabelle von oben), dann können wir ganz einfach den Effekt betrachten der entsteht, wenn wir wieder annähernd die Anzahl der Flüge von Deutschland nach La Palma haben, wie das noch in den Zeiten um die Jahrtausendwende war. - Aber die Auslastung der Flüge reichte eben nicht aus, um dieses Angebot aufrecht erhalten zu können, also kappt man einige Verbindungen und sofort bricht die Zahl der Besucher aus Deutschland wieder drastisch ein. - Es ist natürlich billig und sicherlich viel zu einfach zu behaupten, wir können an dem Ganzen also sowieso nichts drehen, außer eben die Fluggesellschaften und auch die großen Reiseveranstalter zu bezirzen und auch zu bezahlen, doch wieder die Schlagzahl zu erhöhen und mehr Kontingente nach La Palma zu dirigieren. - Es ist doch kein Wunder, dass weniger deutsche Gäste zu uns kommen, wenn ganz Norddeutschland überhaupt keinen Flug mehr nach La Palma anbietet und man aus Hamburg bis Düsseldorf oder Frankfurt fahren muss, um zu uns zu gelangen. - Ich kann das verstehen, die Leute müssen zum Teil eine Übernachtung einplanen, um dann einen Flug nach La Palma zu bekommen, selbst Los Angeles ist dann näher, als unsere kleine Insel und damit sollte uns eigentlich die gesamte Entwicklung nicht mehr wundern. - Die globale Entwicklung reißt uns aus unseren endemischen und viel zu naiven Träumen und wir wissen nun nicht so recht, wie wir darauf reagieren sollen. - Mit wohlfeiler Anpassung, also mehr Hotels, Golfplätze und massentauglicher Konfektionsware, oder mit dem genauen Gegenteil, eben mit alternativen Gedanken und dem Versuch, trotz weniger Umsatz bessere Renditen zu erzielen. - Wie köstlich, da denkt doch wirklich noch ein Hinterwäldler mitten im Atlantik, wir hätten die Wahl Noch mal vielen Dank für die vielen Zuschriften, da waren richtig interessante Meinungen dabei, die uns hier in der internen Debatte helfen können uns zu verbessern, aber es ist auch ganz klar, dass es hauptsächlich darum geht, die Flugverbindungen zu verbessern und damit auch wieder preislich konkurrenzfähig zu sein.
Mittwoch 15.05.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1014 hPa Höchsttemperatur heute 19,1 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad Dreimal Kurz Partido Popular verlangt Untersuchung, Bushaltestellen als Kleiderkammer und den Strand von hinten aufgezäumt Der Artikel von heute Morgen in "El Día" hat wie eine Bombe eingeschlagen und überall wurde darüber mehr getuschelt als geredet. (siehe Morgennachricht) - Man weiß ja nicht so wirklich, ob das alles stimmt, allerdings sind die Protagonisten der Geschichte wie vom Erdboden verschluckt, was immer das auch heißen mag. - Dass Parteien ihre Mitglieder, oder Familienangehörigen gerne mit öffentlichen Posten bescheren, das kennt man ja schon, man nennt das "enchufar" also ein- oder anstecken, oder auch die Bavarisierung der Arbeitsplätze, aber die Geschichte mit der Behauptung, man hätte Unterschriften gefälscht, die geht ja nun gar nicht. - Die Partido Popular hat nun auch bereits schriftlich gefordert, der Vorgang solle von der staatlichen Stelle gegen Korruption untersucht werden, denn auch wenn die Unschuldsvermutung auch hier zu gelten habe, es muss eine komplette Aufklärung der Geschehnisse kommen. - Es ist auch nicht weiter schlimm, dass die Partido Popular im Glashaus mit Steinen wirft, denn die haben auch noch so einiges aufzuklären in ihren Reihen, deren Problem ist die Liste des Herrn Bárcenas, und die Zeitung, die das veröffentlicht hat war nicht "El Día" also der Tag, sondern "El Pais", also gleich das ganze Land Man spricht ja viel von den Kleiderkammern der Sozialdienste der Gemeinden und der Caritas, aber es gibt eben auch immer wieder arme Menschen, die sich nicht trauen, sich an solche Stellen zu wenden. - Das war immer so und das wird wohl immer so sein, arm oder bedürftig zu sein ist auch in unserer, ach so aufgeklärten Gesellschaft immer noch ein Makel. - Man sollte sein Gegenüber nicht zwingen, Danke sagen zu müssen, habe ich irgendwann mal gehört, und das ist übrigens auch der Grund dazu, dass man hier das Trinkgeld auf dem Tisch liegen lässt und geht, und nicht dem Kellner durch Aufrunden zukommen lässt. - So hat sich auf La Palma, und besonders auf der Ostseite eine Angewohnheit durchgesetzt, welche den Armen das Nehmen leichter machen soll. - Spender legen an den Bushaltestellen im Ostteil der Insel Kleidung aus, und abends oder nachts können sich dann Bedürftige ihren Stapel holen. - Interessante Geschichte, das habe ich vor Jahren auch schon mal gehört und wie man jetzt lesen kann, kommt diese Art der anonymen Hilfe gerade jetzt wieder in Mode. - Warum das aber nur auf der Ostseite üblich ist, dahinter bin ich noch nicht gekommen. - Sind wir "Wessies" zu blöd zum Helfen oder haben bei uns die Armen keine Scheu? Dauerbrenner Stadtstrand von Santa Cruz. - Man hat uns immer wieder nette Geschichten erzählt, warum denn der Strand erst ein Jahr später fertig werden kann, als man das vorgehabt hat. - Die Beste war die mit dem Schutz der Gelbschnabelsturmtaucher, die bei Puntallana gerade dort leben würden, wo man den Sand holen will. - Ich finde es immer toll, wenn die sich beim Lügen wenigstens phantasievolle Mühe geben Nun aber heißt es, eine, eigentlich als Vorarbeiten zum Strand notwendige Maßnahme sei noch gar nicht geschehen, nämlich die Versenkung der neue Versorgungsleitungen, auf der man dann die neue Promenade verlegen will. - Stimmt, eigentlich legt man erst die Rohre in die Erde und fängt dann an das Haus drauf zu stellen, aber bei uns sind viele Wege möglich. - Es ist aber nicht so, dass wir komplett gepennt haben, es gibt hierfür eine Erklärung. - Eigentlich sollten die 2 Millionen Euro für die Verlegung der Versorgungsleitungen vom Gobierno de Canarias kommen, den Strand bezahlt ja Madrid. - Aber das Gobierno de Canarias weigerte sich das Geld zu zahlen, da die sauer sind auf Madrid, weil man ja viele Gelder gestrichen hatte für andere Angelegenheiten. - Also stimmte Madrid schließlich zu, auch diese Vorarbeiten zu bezahlen, aber wahrscheinlich haben die kein Geld mehr gefunden so auf die Schnelle, wir sind ja bekanntermaßen im Moment nicht wirklich flüssig, sondern eher zähfließend. - Nun mahnt der Bürgermeister Madrid an, doch endlich diese 2 Millionen zu schicken, sonst muss man sich eine weitere nette Geschichte ausdenken, vielleicht mausern gerade die Delfine bei Puntallana, wenn das noch mal ein Jahr länger dauern sollte. - Aber vielleicht haben wir ja auch einfach Glück, und in Madrid tauchen ganz unerwartet plötzlich Milliönchen auf und machen uns glücklich. Fulanito de tal dice hoy: Bailar con la más fea Mit der Hässlichsten tanzen. - Kann natürlich auch wörtlich genommen werden, nutzt man aber eigentlich häufiger dazu um sich zu beklagen, dass man selbst wieder mal die schlimmste Arbeit erwischt, oder das allermeiste Pech hat. - Chauvinistenpack, zehn Euro in die Kasse!
Heute schon Glück gehabt?
Mittwoch 15.05.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1015 hPa Erwischt Juanra? Schwere Vorwürfe gegen die Ex-Bürgermeister von Los Llanos Wir haben uns ja immer wieder darüber beklagt, dass es so wenig investigativen Journalismus auf den Kanaren, und auch bei uns auf La Palma gibt. - Das hat grundsätzlich damit etwas zu tun, dass Journalisten auch von jemandem bezahlt werden, und darüber hinaus haben Schreiberlinge, welchen anderen auf die Füße treten, auch keinen leichten Stand hier. - Herausragend aus diesen Verschachtelungen waren hier auf La Palma Maikel Chacón, der aber inzwischen nicht mehr als Journalist tätig ist, und sein Nachfolger bei der Tageszeitung "El Día", Victor Martín. - Der bringt nun heute einen Artikel, welche die Ex-Bürgermeister von Los Llanos schwer in Verdacht geraten lässt, sich der Urkundenfälschung und Vorteilsgabe schuldig gemacht zu haben. - Wir wissen natürlich überhaupt nicht, was an der ganzen Geschichte dran ist, aber da EL Día das heute sogar als Titel bringt, werden wir viel zu diskutieren haben in den kommenden Tagen. - Juan Ramón Marín, von der Coalición Canaria, war bis Juni 2011 Bürgermeister der Gemeinde Los Llanos und hat dann seinen Posten an Noelia García (Partido Popular) verloren, welche zusammen mit den Sozialisten der PSC/PSOE einen Pakt eingegangen sind. - Juan Ramón ist eigentlich Veterinär, hat also auch einen echten Beruf, aber in Zeiten der Krise leiden auch die Tierärzte hier auf der Insel sehr, die Leute brauchen ihr Geld für andere Dinge und der Besuch beim Tierarzt wird dabei oft zurückgestellt. - Da kommt es sehr gelegen, dass Juan Ramón Marín nun einen Vertrag bei der "GMR" (Gestion de Medio Rural) erhalten hat, einer Vermarktungsgesellschaft in Händen des Landwirtschaftsrates des Gobierno de Canarias, und der heißt Juan Ramón Hernández, und ist der Vorgänger im Bürgermeisteramt von Los Llanos und politischer Ziehvater von Juan Ramón Marín. - Der taucht aber offiziell gar nicht auf, sondern beauftragt mit der ganzen Geschichte war José Luis Rodríguez Lorenzo, welcher zuständig für die Arbeit des "GMR" ist. - Nach seinen Aussagen hat man im vergangenen Jahr drei Tierärzte hier auf der Insel angeschrieben, damit die sich bewerben können, um für die "GMR" die veterinäramtliche Überwachung der palmerischen landwirtschaftlichen Betriebe zu übernehmen. - Dazu muss angemerkt werden, dass das niemals vorher in den Händen der "GMR" lag und darüber hinaus man gerade dabei ist, die Dienste der "GMR" hier auf La Palma zu beenden und das gesamte Personal der "GMR" bei der inseleigenen "SODEPAL" zu integrieren. - Von den drei angeschriebenen Tierärzten meldete sich allerdings nur Juan Ramón Marín mit einer Bewerbung auf diese Stelle, und da eben er der einzige Kandidat war, bekam er diese Anstellung auch, zu einem Monatsgehalt von 3.300 Euro. - Auf Nachfrage bei den anderen beiden Tierärzten allerdings kommt die große Überraschung, die sagen, Sie hätten niemals ein Schreiben von der "GMR" erhalten, obwohl man Quittungen mit deren Unterschrift als Beweis für erhaltene Einschreiben vorgelegt hat. - Beide Tierärzte vermuten nun, dass man ihre Unterschriften gefälscht hätte, und dabei sind wir bei zwei derben Vorwürfen, die aber zunächst mal nur José Luis Rodríguez Lorenzo betreffen und an beiden Juan Ramóns, (meist als Juanra I und Juanra II) abprallen können. - Die beiden haben ja zunächst gar nichts falsch gemacht, der eine ist nur Chef der Behörde bei dem José Luis Rodríguez arbeitet, und der andere zufälligerweise Begünstigter einer Ausschreibung, die er ja nicht verfasst hat. - So muss man das zunächst sehen, auch wenn natürlich alle Beobachter von einer anderen Lage ausgehen. - Was die Bayern können, das können wir schon lange, nur nicht ganz so gut Fußball spielen und ich bin äußerst gespannt, ob und welche Konsequenzen es zu dieser haarsträubenden Geschichte gibt. - Kann natürlich auch sein, dass Victor Martín was auf den Deckel bekommt, der Überbringer der Nachricht, der es gewagt hat, darüber zu schreiben. - Neu wäre das nicht, vielleicht kann er dann als Kellner im schönen "Marmota" arbeiten, welches Maikel Chacón betreibt, nachdem er es gewagt hat über Dinge zu berichten, die man wohl besser nicht anfassen sollte.
Dienstag 14.05.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1016 hPa Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,4 Grad Auf der Suche nach den deutschen Urlaubern Was machen wir falsch? Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da machte die Insel La Palma überhaupt keine Werbung irgendwo, und trotzdem kamen jedes Jahr mehr Urlauber zu uns. - Dann fing man an, die Dinge regeln zu wollen, baute Hotels und auch ein bisschen an dem, was wir touristische Infrastruktur nennen und heute stehen wir da, dass weniger Gäste uns besuchen kommen, als noch im Jahr 1999. - Die Zahlen sind nicht nur schlecht, sondern sogar katastrophal zu nennen, das liegt aber daran, dass der nationale Tourismus aufgrund der Krise ganz schmerzlich eingebrochen ist, mit Rückgangszahlen von über 25% in den ersten vier Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahr. - Bei den internationalen Besuchern kann man das katastrophal wieder wegnehmen und einfach das schlecht stehen lassen, aber es sind auch 12,6% weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2012. - Hier muss man aber drauf hinweisen, dass 2012 ein gutes Jahr war im internationalen Tourismus hier auf La Palma, nimmt man die Zahlen von 2011 zur Hand, dann sind das "nur" noch ein paar Prozent weniger. - Drastisch allerdings sieht die Entwicklung aus, wenn wir mal den stetigen Rückgang der deutschen Besucher betrachten, vom 43.000 Deutschen, welche uns im Jahr 2000 zwischen Januar und April besucht haben sind wir nun auf deren 26.700 gerutscht und für den Sommer wird diese Entwicklung weiter so anhalten, denn bei den geringen Flugmöglichkeiten, die man aus Deutschland bietet, kann man keine Besserung erwarten. - Für den Winter vielleicht wieder, da soll ja die SunExpress für die FTI aus sechs deutschen Städten Flüge nach La Palma anbieten, allerdings haben wir die noch nicht auf dem Markt gesehen. - Die Deutschen nun durch Holländer, oder Engländer zu ersetzen und damit die Verluste aus Deutschland wieder wegzumachen, das klappt aber auch nicht, denn auch die Anzahl der Niederländer ist gesunken, allerdings nur leicht. - La Palma hängt also wieder mal von den Deutschen ab und man muss sich wirklich fragen, ob diese Insel an Beliebtheit bei den Deutschen eingebüßt hat, oder ob es nur eine Frage des Preises und auch der Verfügbarkeit von Flugmöglichkeiten geht. - Ich befürchte mal, dass wir das nicht komplett auf den Umstand schieben dürfen, dass wir weniger Flugverbindungen haben, irgendetwas haben wir auch falsch gemacht, oder unterlassen zu machen, und da ist Selbstkritik nun eine wertvolle Sache. - Die geschieht auch, allerdings gibt es derart unterschiedliche Sichtweisen, dass einem schwindelig werden kann, aber das hier ist ja auch keine Meinungsdiktatur und im Besitz der reinen Wahrheit ist sowieso niemand, oder nur die üblichen Besserwisser. - Nicht nur, dass wir seit dem Jahr 1999 Gäste verloren haben, wir haben in der Zeit auch sicherlich an die 3.500 Hotelbetten mehr, als noch vor 14 Jahren, und wie sich das dann auf die Auslastung der Hotels niederschlägt, das muss ich nicht vorrechnen. - Nun gibt es aber dennoch Zeitgenossen, die uns vorrechnen, wir müssen dringend noch mindestens fünf große Hotels hinstellen, damit sich die großen Reiseveranstalter wieder für uns interessieren, denn die brauchen die berühmte "kritische Masse" an Unterkünften, damit es sich für die überhaupt lohnt, eine Destination zu bedienen. - Das kann gut sein, dass auch die TUI wiederkommt, wenn wir 7.500 Hotelbetten im gehobenen internationalen Standard anbieten, allerdings wäre dann das Ergebnis, dass wir eine kleine Kopie Tenerifes werden, und damit völlig austauschbar und im Preisdiktat der globalen Ferienindustrie untergehen würden. - Diese Konsequenz, dass wir damit unsere Insel dermaßen und unwiederbringlich verändern, und wir damit unsere bisherige Klientel, welche La Palma eben gerade deswegen besuchen, weil wir anders sind, dann endgültig vor den Kopf stoßen, die wird oft nicht erkannt. - Endgültig deswegen, weil wir ja in den vergangenen Jahren bereits mal zügig, mal langsam daran gearbeitet haben, unseren Nimbus der Authentizität und als Alternativziel zu verwässern. - Welche Säue bei uns nach und nach alle durch das Weltbiosphärenreservat gejagt wurden, welche Pläne bei uns ein, und meist auch wieder ausgingen, seit dem man "planvoll" daran geht, unseren Tourismus hier auf der Insel zu regeln. - Ich haben auch noch weitere Kritikpunkte, welche ich mir aber für die internen Diskussionen aufhebe, aber nicht nach außen tragen will, weil man mir eh schon vorwirft, ich würde zu wenig "blumig" über das Inselleben berichten, aber ich kann plumpe Werbung einfach nicht ausstehen, und unser Publikum, das lässt sich doch sowieso schon lange nichts mehr vormachen. - Wohin die Reise geht, das weiß ich nicht, bislang hat uns ja immer noch das geringe Interesse der Investoren davor zurückgehalten, dass wir uns breit in Richtung einer Kopie anderer Destinationen bewegen. - "Aus dem Sektor" kommen die Statistiken und Grafiken die in "elapuron.com" veröffentlicht wurden, über die Anzahl der Besucher der vergangenen 15 Jahre, wer genau die erstellt hat, weiß ich nicht, dennoch Danke, ich hatte das ja auch immer mal wieder gemacht, aber nicht so übersichtlich und aufwendig. Fulanito de tal dice hoy: Bailar al son que tocan Zu dem Klang tanzen der gespielt wird. - Sich adäquat gegenüber einer Person oder auch Gelegenheit verhalten.
Viel zu schön um sich anzubiedern. - San Pedro und im Hintergrund die Nachbarinsel La Gomera