Nachrichten von einer kleinen grünen Insel im Atlantik
http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php - May 21, 2013 3:00:59 AM - Oct 9, 2011 8:30:43 AM
Dienstag 21.05.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa Der Kulturbeauftragte gibt bekannt Flexibilität hat was Da wollte ich an dieser Stelle vier der besten Bläsersolisten Europas ankündigen, begleitet von einem nicht weniger guten Pianisten, und nun kommt das ganz anders. Ich verkneife mir, auch wenn es schwer fällt, hier Details zu nennen, Namen von lebenden Personen oder Institutionen schon gleich gar nicht, und verkünde nur lapidar: Es gelingt aus Gründen, die die Organisatoren nicht zu verantworten haben, leider nicht, das Abschlusskonzert des zweiten Kammermusikzyklus "Jerónimo Saavedra Acevedo" so durchzuziehen, wie das im Programmheft und in den Medien ursprünglich angekündigt war. Im Namen von ACAPO, der Asociación Cultural Amigos Palmeros de la Ópera, kann ich nur sagen: Es tut uns leid. Und zwar aufrichtig. Jetzt kommen wir zur Flexibilität, zweifellos eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft, und wenn man uns auch das eine oder andere Defizit in Spanien nachsagt: In Sachen Improvisation sind wir nicht schlecht! Schnell, unbürokratisch, flexibel (!), auf diese Weise konnten wir auf die Schnelle Ersatz finden, der sich keineswegs verstecken muss. Die Sopranistin Amparo Navarro war bereits im letzten Sommer bei uns zu Gast und hat zusammen mit dem Bassbariton Miguel Sola einen denkwürdigen Liederabend präsentiert. Nun kommt sie in Begleitung ihres Ehegatten Javier Agulló, Tenor seines Zeichens. Ich hatte mir schon in meinen letzten Beiträgen angewöhnt, auf die übliche Aufzählung von Theatern, Festivals, Opernhäusern und prominenten Begleitpianisten zu verzichten. Dies möchte ich gerne so beibehalten. Schließlich kann sich jeder Interessierte in aller Ruhe auf den Homepages der beiden Sänger umschauen. Es gibt dort Hör- und Sehbeispiele zuhauf, Fotos und Aufzählungen von Theatern........... www.amparonavarrosoprano.comwww.javieragullo.com Und wenn wir unseren Haus- und Hofpianisten Fernando Felipe Martel nicht hätten, dann würde die ganze Flexibilität nichts nützen. Danke schön an dieser Stelle an unseren "House"! Du bist großartig! Gesungen und gespielt werden Arien und Duette aus Oper und Zarzuela, der völlig zu unrecht stiefmütterlich behandelten iberischen Schwester der Operette. Beginn ist um 20.30 Uhr im Teatro Municipal Circo de Marte in Santa Cruz de La Palma, am Mittwoch, 22. Mai 2013. Der Eintritt beträgt freundliche 10, Karten gibt es ab 19.30 Uhr an der Abendkasse. Mit musikalischen Grüßen, Ihr Kulturbeauftragter Ödi Jonitz
Montag 20.05.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1018 hPa Höchsttemperatur heute 22,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,4 Grad Dreht euch nicht um, LOMCE geht um Bildungsreform oder Einsparungsprogramm? An Bildungsreformen bastelte man immer schon, das ist wohl in allen Ländern gleich, und wenn wir uns die Pisa-Werte hier in Spanien ansehen, dann herrscht da wohl wirklich Nachholbedarf. - Die Partido Popular ist ja in Madrid in absoluter Mehrheit am Drücker, die können also beschließen, was sie wollen, geht man von Parteidisziplin aus, und das muss man diesen Konservativen immer zutrauen, dann pauken die nun das "LOMCE" (Ley Orgánica para la Mejora de la Calidad Educativa) durch das Abgeordnetenhaus, und dann hätten Opposition, oder auch die Autonomen Regionen nur noch die Möglichkeit, das Verfassungsgericht anzurufen, um diese Bildungsreform zu stoppen. - Nach den breiten Protesten gibt man sich jetzt allerdings noch verhandlungsbereit, besonders eben die Autonomen Regionen haben Bedenken angekündigt, weil man eben ihre Autonomie stark beschnitten sieht, weil man künftig die Prüfung zur Hochschulzulassung nur noch 25% selbst bestimmen kann. - In Regionen, welche offiziell mehrere Sprachen haben, wie Katalonien, das Baskenland aber auch Galizien, da darf man noch 35% selbst bestimmen, was natürlich eine Ungerechtigkeit gegenüber den anderen Autonomien darstellt. - Bleiben wir gleich bei der Zulassung zur Universität, die man bislang "PAU" nannte, "Prueba de Acceso al la Universidad", oder auch "Selectividad". - Diese verschwindet, wird aber eben durch eine andere Prüfung ersetzt, welche auf dem gleichen Zentrum abgehalten wird, in dem der Schüler bislang gelernt hat. - Man muss dazu vorher alle Fächer bestanden haben, und dann gibt es, eben je nachdem welche Fachrichtungen man gewählt hat, die von staatlicher Seite vorgegebenen Aufgaben. - Das heißt auch, die müssen dann überall in Spanien zur gleichen Uhrzeit und am gleichen Tag abgehalten werden, was eine ziemlich drastische Planungsdisziplin fordert, genau unser Fachbereich also Besteht man dann diesen Test, dann heißt das aber auch noch nicht, dass einem alle Universitäten im Land schon offen stehen, die Unis können auch selbst noch Eignungstests durchführen, wenn sie das denn für angemessen halten. - Hier fürchtet man natürlich, dass die Abiturarbeiten schwerer werden, in den diversen Autonomien hat man sich meist eben ganz gewisse Prioritäten gesetzt, das wird nun frisch aufgewirbelt. - Ganz klar ist, man will weniger Abiturienten haben und weniger Leute sollen studieren, es sollen mehr Menschen gleich in die Berufsausbildung gehen. - Nach den ersten drei Pflichtjahren, der so genannten "ESO" (Educación Secundaria Obligatoria) sollen sich die 15 - 16 jährigen bereits entscheiden, ob man denn weiter nach dem vierten Pflichtjahr in Richtung Abitur schreiten will, oder ob man in die Berufsausbildung will, in die "FP" (Formación Professional). - Dann gibt es das vierte Jahr der "ESO" als "Curso de Iniciación" (Einführungskurs) hin zum Abi oder zur Berufsausbildung. - Aber zunächst muss nach Ende dieses Kurses ein Examen abgelegt werden, alleine die Noten reichen nicht mehr, dann weiter auf die Schule zu gehen oder für die Berufsausbildung zugelassen zu werden. - Das ist auch noch so ein Punkt, an dem man sehr zu knabbern hat, zehn Jahre gebüffelt und dann entscheidet ein Vormittag über das weitere Schicksal? Nun kommt aber der Teil, den man wohl als gute Veränderung ansehen kann, denn die Berufsausbildung, die wird deutlich verbessert werden, nämlich mit praktischer Ausbildung in echten Betrieben, also ein bisschen nach deutschem Vorbild. - Das war bislang nicht so, da hat man in den Schulzentren jeweils eine Werkstatt gehabt und unter fast virtuellen Bedingungen gearbeitet, so dass die Arbeitgeber draußen, wo die böse Globalisierung wohnt, nicht allzu viel auf diese erworbenen Titel der "FP" gegeben haben. - Also man möchte weniger Abiturienten und Studenten, aber mehr und bessere Ausbildung in gewerblichen und handwerklichen Berufen, und das wird man wohl durch eine solche härtere Gangart gegenüber den Schülern sicher auch erreichen. - Zu Befürchten ist da aber dann auch wieder, dass man noch mehr Schulabbrecher hat, die dann weder zum Abitur gelangen, noch zur Berufsausbildung. - Ein heftigen Streit auch gibt es noch, da die Katholische Kirche in Spanien sich doch wieder durchgesetzt hat, und das Fach Religion sogar wieder in die Note für das Abitur einfließen kann. - Das ist wirklich ein Hammerstück, für ein Land, welches sich selbst seit 1978 als "Aconfesional" bezeichnet, und richtig in die Verfassung geschrieben, dass nun Katholische Religion wieder Einfluss darauf haben kann, ob man denn das Abitur besteht, oder nicht. - Aber einen Trick gibt es hierbei, denn der Schüler kann offiziell wählen, zwischen Religion und Ethik, aber da man in Religion als schlechteste Note bislang immer noch eine neun, von zehn Möglichen erhalten hat, und das in Ethik sicher nicht so ist, wird man halt mit dem Kruzifixchen dazu angehalten, doch wieder in den Religionsunterricht zu gehen. - Man soll halt wertkonservative Brüder, die auch Jesuiten und Leute vom Opus Dei in ihren Reihen haben, nicht unbedingt Bildungsreformen machen lassen, war doch klar, dass da irgendwie die Kirche wieder ihre Finger hineinbekommt. - Nicht falsch verstehen, ich habe keine Angst vor Weihwasser und bin dem christlichen Glauben sehr nah, aber Abiturienten was von der Hölle und vom Himmel erzählen lassen, das geht alles viel zu weit und hat lediglich auf freiwilliger Bases was zu suchen. - Unser Bildungsminister heißt übrigens mit Nachnamen Wert, was uns für Wortspiele doch leider entgehen Borrón y cuenta nueva Klecks, und eine neue Rechnung. - Den Schlussstrich unter etwas setzen und von vorne beginnen. - Mein Freund KW hat das so ausgedrückt: Jetz möcht i oamoi, oamoi ganz von vorn ofanga
Fulanito de tal dice hoy: Mit dem Ellenbogen das ausradieren, das was man mit der Hand macht. - Muss ich nicht weiter erklären, auf Deutsch nutzt man dazu nur andere Körperteile
Montag 20.05.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1018 hPa Neue Direktoren kehren gut Strafversetzt, oder neue Aufgabe Unser Flughafen hat einen neuen Direktor. - Seit letzter Woche steht Juan Carlos Peg Ros an der Verwaltungsspitze unseres Flughafens, und man könnte meinen, das ist der schlechteste Zeitpunkt überhaupt, eine solche Stelle anzutreten. - Die Passagierzahlen sinken beständig, nur drei Läden noch gibt es im internationalen Flughafen von La Palma, keinen Geldautomaten, keine Uhr und nicht mal mehr einen Informationsschalter, wo man nach der Uhrzeit fragen könnte. - Über 220 Millionen Euro hat das neue Flughafenterminal und das neue Vorfeld gekostet, Geld, über das man heute natürlich fragt, wie konnte man das denn für diesen Flughafen ausgeben, wo es doch überhaupt keinen Bedarf gibt, im Gegenteil, weniger Passagiere als noch vor 10 Jahren. - Ein bisschen muss man aber die Planer auch in Schutz nehmen, denn als man den neuen Flughafen plante, da gab es noch Wachstum und so hat man sich daraus eine Goldene Kuh aus Hoffnung und Phantasie gebastelt, und eben vor über 10 Jahren noch diesen Flughafen geplant. - Dass man auch in den glühenden Zeiten des geschmierten Wachstums a la José María Aznar bereits ahnen konnte, dass dieses Wachstum nur eine ganz gefährliche Blase ist, das darf man auch nicht unbedacht lassen, genügend Köpfe haben auch damals schon von dieser anderen Schwungrichtung des Pendels gewarnt, und hätte es im Aufschwung mutige Verantwortliche gegeben, und nicht nur willfährige Erfüller und Diebe, dann hätte man vielleicht sogar was daraus machen können. - Der Flughafen steht aber nun mal so da, zurückbauen geht nicht mehr, und vielleicht dient uns ja dieses Gebäude als ständiges Mahnmal gegen zukünftige Megalomanie und rät uns so eben zur Mäßigung. - So ganz hat das aber wohl noch nicht diesen Zweck erreicht, denn keine drei Kilometer vom Flughafen entfernt plant man ja bereist den nächsten vorbestimmten Reinfall, einen Technologiepark für mindestens 15 Millionen Euro, ohne zu wissen, wer denn dieses Gebäude mal mit Technologie füllen wird. - Die Zeiten sind nicht verrückt, außer der Sommerzeit, die Menschen drehen leider durch und wir müssen versuchen, noch das Beste daraus zu machen. - Das wird auch die Aufgabe des neuen Direktors des Flughafens, und da gibt es durchaus Dinge, die man verbessern könnte. - Da fast alle Ladengeschäfte leer sind, könnte man ja vielleicht mal darüber nachdenken, die Mieten der Läden zu senken, vielleicht bekommt man ja so mehr Leben in die Bude und vielleicht auch ein paar Magneten, welche den Flughafen nicht nur für Reisende interessant machen könnte. - Oder man überlegt sich mal was mit dem komplett leer stehenden Parkhaus neben dem Terminal, auch da könnte man ja Sinn und Nutzen reinbringen und gleiche mehrere Technologieparks unterbringen, oder was sonst man immer mit so viel ungenutzter Infrastruktur anfangen will. - Ob strafversetzt, oder ob sich da jemand eine wirkliche Aufgabe gesucht hat, ein neuer Direktor gibt neue Hoffnung, und vielleicht wird ja unser, so gar nicht geliebter neuer Flughafen, doch ein bisschen menschlicher durch neue Ideen und Maßnahmen.
Sonntag 19.05.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1018 hPa Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad Willkommen in der Sommeragonie Stöhnen aller Orten Nur das Wetter macht im Moment noch nicht mit, der Passat bläst heftig, bringt im Norden und im Osten Regen, und bei uns kühle Fallwinde, so das dass mit der Sommeragonie nichts mit den heißen Temperaturen zu tun haben kann. - So meinen wir das auch nicht, sondern nun treten wir in den Jahreszeitraum ein, in dem die Hälfte der Insel auf Urlaub gehen könnte, die andere Hälfte hätte kein Problem damit, die restliche Arbeit zu schaffen. - Die Saison ist ja eigentlich bereits nach Ostern zu Ende, aber da plätscherte noch so einiges nach, so dass wir erst jetzt so richtig ins tiefe Loch fallen, touristisch gesehen. - Eigentlich kennen wir das ja schon, wir sind jetzt 20 Jahre im Geschäft, aber dennoch ist das immer wieder ein komisches Gefühl, wenn so wenig los ist. - Das merken ja nicht nur diejenigen, welche primär mit Urlaubsgästen zu tun haben, sondern auch die Restaurants, die Autovermieter und die Geschäfte überhaupt bekommen da sauer zu spüren, wie wenig Menschen jetzt auf der Insel sind. - Solidarisches Jammern von allen Seiten, wer jetzt noch mit einem breiten Grinsen durch die Landschaft läuft, der macht sich verdächtig, und ich kann es keinem raten, sich in unserer engen Gesellschaft zum Außenseiter zu machen. - Ganz plötzlich lässt dann auch die Aufmerksamkeit nach, die Konzentration, und wenn diese Spannung nicht mehr da ist, dann labbern die Tage so dahin. - Gut, dass uns die Katzen und die eigenen Töchter auf Trab halten, die schreiben jetzt noch jede Menge Arbeiten, und das lustige Studentenleben ist auf einmal weggeblasen, und die väterliche Betreuungsarbeit besteht nun meist in beruhigenden Durchhalteparolen. - Gestern Abend war ich in meiner Lieblingskneipe, ich muss mich ja nach einem anstrengenden Spaziergang von einem guten Kilometer Länge doch mindestens ein Viertel lang erholen, eine viertel Stunde würde nicht reichen, bevor ich den harten Heimweg wieder antreten kann. - Ich saß mit einem bekannten Pärchen am Tisch, und wir waren den ganzen Abend lang die einzigen Gäste, das Gesicht von Wirt und Wirtin war schon längst über den Punkt Schockstarre hinaus, die hatten bereits diese leeren Augen, so wie die FDP nach der kommenden Bundestagswahl. - Sonst lachen die ja immer höflich über meine, nach meinen Kindern, meist peinlichen Witzchen, aber ich versuchte es nur zweimal, die noch aufzuheitern, dann endlich habe ich es kapiert, ab jetzt herrscht Dunkel in der Branche, und es ist ja schließlich auch meine Branche. - Ich weiß noch nicht so recht, ob ich mich da heute wieder hinwage. - Das passende Gesicht hätte ich jetzt schon, aber wenn wir dann zu dritt Trübsal blasen, dann kann das ganz schlimm kommen. - Wer Trübsal bläst, der wird schlechte Laune ernten, und nun wissen Sie auch, wie meine Kinder das mit den peinlichen Witzen meinen. Fulanito de tal dice hoy: Borar con el codo, lo que se hace con las manos Mit dem Ellebogen das ausradieren, das was man mit der Hand macht. - Muss ich nicht weiter erklären, auf Deutsch nutzt man dazu nur andere Körperteile
Die Zebrakatze
Sonntag 19.05.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1019 hPa Nur das Wetter? Viehmarkt in San Isidro mit sehr geringer Beteiligung Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren die "Ferias de Ganado" so ziemlich der Jahreshöhepunkt für die Landbevölkerung. - Damals waren das auch noch richtige Viehmärkte, auf denen gehandelt, gekauft, verkauft, gesoffen, geprügelt und geschnackselt wurde, heute sind das allerdings nur noch Leistungsschauen, auf welchen die Landwirte ihr Großvieh bringen, weil man sie von der Gemeinde dafür bezahlt. - Es kommt auch immer weniger Publikum, für junge Menschen, außerhalb der Viehzucht aufgewachsen, ist es einfach auch kein Grund zu feiern, weil man sich dicke Kuhbäuche und gewaltige Stierhoden angucken kann. - Einzige Ausnahme dabei scheint der Viehmarkt "San Antonio del Monte" in Garafía, aber dort hat man es geschafft, die Rahmenveranstaltungen längst von der reinen Viehschau so weit selbstständig zu machen, dass "San Antonio del Monte" auch ohne eine einzige Kuh stattfinden würde. - Dorthin gehen auch viele Jugendliche, und es ist längst üblich, dort dann auch zu übernachten, in mitgerbachten Zelten und reichlich Picknickhardware, weil es eben auch zu weit weg vom Schuss ist um am selben Abend wieder zurück zu fahren, und Tausende nehmen an diesem "Woodstock" mit Kuheuter und Volksmusik teil, und die Kühe spielen längst nicht mehr die erste E-Gitarre. - Aber die anderen Viehmärkte, wo es außer Kühen nur noch einen Kiosk gibt und einen missgelaunten Sonnenbrillenverkäufer, die locken kaum noch Publikum an und so sieht man das in der Gemeinde Breña Alta auch sehr kritisch. - Zumindest meint Blas Bravo, Gemeindevater seit unzähligen Jahren, nun aber nur noch Rat für Landwirtschaft, dass man sich wohl überlegen muss, ob denn dieser Viehmarkt da oben in San Isidro weiter Sinn macht. - Die geringe Zahl der Besucher, aber auch der Landwirte, die lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass es kaum noch Interesse für solche Veranstaltungen gäbe und man so noch nicht weiß, ob es im kommenden Jahr auch wieder den Viehmarkt von San Isidro geben wird. - Der Bürgermeister allerdings sieht das anders, es seien wohl weniger Tiere dagewesen, etwas mehr als die Hälfte des vergangenen Jahres, aber die Qualität sei dadurch gewachsen. - Interessantes Argument, und der Bürgermeister schiebt die geringe Beteiligung der Bevölkerung an dem Viehmarkt ganz dem schlechten Wetter zu, welches in den letzten Tagen besonders im Norden und Osten der Insel tatsächlich die Geschichte nicht wirklich einfacher macht. - Auch der Viehmarkt in El Paso, der hat in den vergangenen Jahren von Besucherschwund Kund tun müssen, und auch dort überlegt man sich, ob denn diese Veranstaltung weiterhin überhaupt noch Rückhalt und Unterstützung in der Bevölkerung findet. - Allerdings macht man zunächst weiter, wird sich aber sicherlich überlegen müssen, ob man denn diese Tierschauen nicht einfach mit interessanten Rahmenprogrammen begleitet, nur um Kühe und Ochsen zu betrachten, kann man kaum noch Leute aus der guten Stube locken, und schon gar nicht, wenn das Wetter nicht stimmt.
Früher, als alles anders...
Samstag 18.05.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1018 hPa Höchsttemperatur heute 18,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad Kleinigkeiten WiFi auf dem Schiff, Cabildo macht Druck auf Iberia Express, und La Palma in Farbe Wir hatten ja nicht schlecht gestaunt, dass die Fluggesellschaft "Norwegian" an Bord WiFi gratis für ihre Passagiere bereit hält. - Bei uns gibt es nun WiFi auch auf dem Schiff, aber dieses Schiff umsegelt nicht die Weltmeere, sondern bleibt hübsch bei uns auf der Plaza la Alameda stehen, in unserer Hauptstadt Santa Cruz. - El Barco de la Virgen wird das Schiff genannt, obwohl es in einem Gedicht über die Bajada de la Virgen de las Nieves, nämlich dem berühmten Dialog zwischen dem Schiff und der Burg, mit dem Namen "Estrella de los Mares" genannt wird. - In dem Schiff, welches niemals segeln wird, ist das Meeresmuseum untergebracht, das "Museo Naval". - Und dort hat man nun WiFi gratis, der Witz aber ist, man muss den Eintritt bezahlen. - Modern will man sich geben, und denkt dabei auch an die vielen Kreuzfahrer, welche die Stadt besuchen und das ist gar nicht so unrichtig, denn uns hat man erzählt, auf vielen Kreuzfahrtschiffen muss man zum Teil deftige Gebühren für die Internetbenutzung zahlen. - Allerdings bevölkern die Ausflügler von den Schiffen lieber die Cafés der Stadt, welche meist auch diesen Dienst ihren Kunden anbieten, aber vielleicht klappt es ja auch, so ein paar mehr Besucher ins Meeresmuseum zu locken. Wir wissen es ja, eine Insel die nicht zu erreichen ist, die braucht sich wenige Hoffnung auf Tourismus zu machen. - Oft genug haben wir bereits über die schlechte Erreichbarkeit La Palmas aus Norddeutschland berichtet, besonders im Sommer, aber auch die Anbindung mit Madrid ist nicht so, wie wir uns das wünschen. - Man könnte ja schöne Verbindungen basteln über die spanische Hauptstadt, aber die fliegen ja auch oft nur zweimal oder dreimal die Woche, und im Sommer immerhin viermal. - Aber auch die Uhrzeiten sind zum Teil katastrophal, so dass man nun seit geraumer Zeit bereits an das Förderungsministerium herangetreten ist, um einen festen und garantierten täglichen Flug zwischen Madrid und La Palma zu erreichen. - Dafür gibt es die Möglichkeit des "OSP" (Obligación de Servicio Público) und dabei würde man die Fluggesellschaft zwingen, zu einem bestimmten Uhrzeit und an jedem Tag der Woche ein Flugzeug zu schicken. - Allerdings bezahlt dann Madrid auch die Kosten, wenn die Auslastung nicht stimmt, aber das kann uns doch egal sein, meint man hier. - Gefordert hat man das bereits eine Weile, und weil nun die Iberia Express nur für den Sommer mehr Flieger angeboten hat, aber uns für den Herbst schon wieder im Unsicheren lässt, versucht man seitens des Cabildo Insulares erneut Druck auf Iberia Express zu machen und gleichzeitig auch auf das Ministerium in Madrid, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die das nicht wirklich kratzt, und wir es gar nicht hinbekommen, ordentlich Druck aufzubauen. - Immer noch meine Lieblingserklärung für Druck und Gegendruck: - Druck ist, wenn man einer Kuh so die Hörner zusammendrückt, dass die einen Furz lässt, und Gegendruck ist, wenn man der Kuh so heftig in den Hintern bläst, dass die Hörner wieder gerade stehen. - Das denken Sie sich jetzt in derber bayrischer Mundart, dann kommt das auch lustig rüber. Vielleicht ist es Ihnen ja auch schon mal aufgefallen, dass man hier auf La Palma durchaus Mut zur Farbe hat. - Nicht nur ist unsere natürliche Umgebung bereits ein bemerkenswertes Farbspiel mit den Grundtönen Grün, Schwarz und Weiß, als Kiefern, Lava und Wolken, und darauf setzen sich dann die Blütenträume in allen erdenklichen Farben und verzaubern unsere Umgebung. - Aber auch die Menschen tragen dazu bei, mit dem Mut zur Farbe. Seien es die Häuser oder andere humane Beiträge zu dem Ganzen, was diese Insel ausmacht. - Richard Wurdel hat das auf seinem Besuch hier auf der Insel wunderbar eingefangen, die Farben La Palmas neu in unserer Fotogalerie. Fulanito de tal dice hoy: Besar el suelo que otro pisa Den Boden küssen den ein anderer betritt. - Wenn man jemand richtig verehrt, dann sollte man seinem Beispiel auch mit Hingabe folgen. Da war doch mal ein Papst
Auch dieses Bild ist aus der angesprochenen Galerie, also die "Estrella de los Mares" oder einfach nur "Barco de la Virgen"
Samstag 18.05.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1016 hPa Krise, wo denn? Neue Autos, und jeder hat ein Smartphone Man muss schon ganz genau hinsehen, um bei uns die "Krise" überall erkennen zu können. - Meine Frauen waren gestern Nachmittag bis in den Abend hinein in der Hauptstadt zum Bummeln und auch Einkaufen, und das machen die gerne mal ohne mich, denn ich bin nicht wirklich das, was man einen gelungenen Einkaufsbegleiter nennen könnte. - Und was die so berichten ist wohl interessant, denn die Hauptstadt war voll, die Läden ebenso, von wegen Agonie und Stillstand, da muss es zwischen Berichterstattung und letzten Eindrücken eine Parallelwelt geben. - Gut, die Zahlen belegen die Krise, der äußerliche Eindruck aber nicht, und die vielen neuen, und besonders großen Autos, welche uns hier auf den Straßen begegnen, wollen eigentlich auch zeigen, dass hier keine Krise an unserer Volkswirtschaft nagt. - Kein Jugendlicher ohne Smartphone, kostet doch auch eine Menge Geld, oder die monatlichen Gebühren und reihenweise Klamotten von angesagten Labels. - Auch scheint der Einzelhandel auf der Insel den Auftritt von Lidl ohne Weiteres weggesteckt zu haben, noch keine massenhaften Entlassungen von Angestellten, noch keine Geschäftsaufgaben, welche man der neuen Konkurrenz zuschreiben könnte. - Auch siedelt sich MacDonalds an, da wird schon gebaggert vor der Marina in Santa Cruz, und die sind doch nicht blöd und investieren auf verbrannter Erde. - Ist denn nun das ganze Geschwafel um die "Krise" alles nur dünner Rauch, den wir da tagein, tagaus in die Luft blasen? - Leider nein, auch wenn man eben bei uns genauer hingucken muss, um die Folgen der immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen erkennen zu können, denn auch bei uns gilt es nicht sonderlich als schick, arm oder gar bedürftig zu sein. Und auch bei uns gibt es eben viele krisenresistente Berufe und wer mit Bananen oder Politik sein Geld verdient, der kann auch nicht wirklich klagen, wobei bei uns das Tiefstapeln mit gleichzeitigem Höherlegen bereits schwindelerregende Phantasien erreicht. - Wer reich ist, der würde das hier niemals aussprechen, ganz bestimmt nicht, der jammert genau so herum, wie alle anderen auch, wie schwer alles geworden ist, lässt sich dann in der Kneipe auch noch zu einem gemeinsamen Krisenbier einladen, und steigt dann, weil er weg muss, in seinen Panamera, den er vor dem Laden geparkt hat. - Drum Tiefstapeln und Höherlegen, bei uns sind Statussymbole nicht unbedingt schnell, aber immer groß und hoch. - Die Verlierer, die sieht man einfach gar nicht, weil sich die meisten eben nicht die Mühe machen vor der Tür der Caritas mal zu warten, wer denn da alles anklopft oder beschämt hineinschlupft. - Armut ist die wie Akne, man schämt sich dafür und tut alles, damit das keiner mitbekommt. - Am Garten kann man es sehen, wo früher Blumen wuchsen oder gar das Unkraut freie Bahn hatte, da sind heute geradlinig die Furchen gezogen um Kartoffeln und sonst was anzubauen, damit man den Weg in die Läden seltener einschlagen muss. - Und in den Kneipen kann man das sehen, nicht in allen, die "In" Schuppen sind weiterhin voll, aber die kleineren und früher verrauchten Buden, in denen die Arbeiter ihren Feierabend eingetrunken haben, die sind leer, oder nur ein paar Gesichter hängen an der Bar und dehnen ein Bier auf eine Stunde aus, weil das zweite im Geldbeutel schon schmerzt. - Die Einen haben, die Anderen zeigen nicht, dass sie nichts haben, so wunderbar lügen wir uns den Alltag zurecht und wer von außen kommt und gehört hat, dass wir hier über 30% Arbeitslosigkeit haben, der wird geschockt fragen, ob wir uns da nicht verzählt hätten. - Kein Essen mehr im Haus, aber der Junge bekommt ordentliche Klamotten und das neueste Handy, und vor dem Haus ist stets gefegt und aufgeräumt. - Mit uns kann man das machen, außen hui, und innen beißen wir uns halt auf den leeren Magen.
Freitag 17.05.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1015 hPa Höchsttemperatur heute 19,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad Familienaufstellung Jeder hat seinen Platz Hätte mir einer vor zehn Jahre gesagt, dass ich mal vier Katzen haben würde, und einige der Viecher bei mir sogar im Bett schlafen dürfen, dann hätte ich den traurigen Trottel herzlich ausgelacht. - Jetzt bin ich der Trottel, aber meist nicht traurig, und die Katzen haben einen anderen Menschen aus mir gemacht, weil man sich eben auf diese Tiere einlassen muss, will man überhaupt eine Beziehung zu diesen verschlagenen Raubtieren aufnehmen. - Wir haben gleich vier Katzen, wie sich vielleicht schon herumgesprochen hat, und deren interne Beziehungen, die überblicken wir zum Teil nicht, oder nur ganz schwer. - Schiere Charakterköpfe, Eigenbrötler, Zimt- und Cayennezicken, Eidechsen und Vogelmörder und auch Schmusekugeln. - Paul steht über allem und über allen, und ist dennoch der einzige, der auch mit allen anderen Katzen hervorragend auskommt. Er war halt zuerst da, alle anderen haben sich dem untergeordnet und ohne Gewalt oder große Drohungen beherrscht der Souverän seine Meute, humane Mitglieder eingeschlossen. - Gut, vor allem mich, ich gebe es zu, ich behandle unsere Katzen nicht gerecht, sondern ziehe immer den Paul vor, kommt aber eben aus der Zeit, als der praktisch in meiner Hosentasche aufgewachsen ist. - Vielleicht ist Paul auch überhaupt nicht daran interessiert seine Stellung zu festigen, er ist einfach da, keiner macht ihn an, und damit ist Ruhe. - Was er nicht mag ist, mit den anderen zusammen fressen, aber das hat auch was damit zu tun, dass eben Mops und Mia grausame Tischsitten besitzen und sich sogar bis hin zum Fauchen herabwürdigen, und das Futter schlingen, als wären sie Hunde. - Meist bekommt Paul dann mit Lucky sein Futter in der Küche, die anderen draußen auf der Terrasse, und nur selten gelingt es uns, da alle vier in Frieden an den Schälchen zu haben. - Lucky, die zwar vier Beine hat, aber nur drei davon reichen bis zur Erde, die kommt prima mit Paul aus, da gibt es nie Probleme und relativ gut mit Mia. - Mit Mops allerdings gibt es häufig Streitereien, da werden dann auch Ohrfeigen verteilt, aber wirklich gekämpft wird nicht. - Wir haben nie herausbekommen, ob denn Lucky und Mops wirklich Bruder uns Schwester sind, aber wir haben die zusammen bekommen, im gleichen Alter und Lucky hatte noch eine blutige Pfote, das musste also gerade kurz vorher passiert sein. - Mops und Lucky schlecken sich niemals gegenseitig ab, was da vorgefallen ist wissen wir nicht, selbst die Mia, die Bitch aus Los Llanos ist da oft gnädiger und gibt so manche Streicheleinheit, die sie erhält, auch zurück. - Mops und Mia haben sich beim Fressen immer in den Haaren, brummen aber nur, während sie sich gegenseitig die Happen vom Schälchen ziehen, zum Fauchen oder gar zum Schlagabtausch kommt es zwischen den beiden nicht, irgendwie scheinen sich die in ihrer Fressgier zu verstehen und das verbindet wohl. - Mia ist absolut respektlos allen anderen gegenüber, lediglich der Paul zeigt auch hier seine Ausnahmestellung, die kleinen Scheinkämpfe werden dann beendet, wenn Paul Schluss macht und dann ist es auch wieder gut. - Selbst dem humanen Teil der Familie zeugt Mia keinerlei Respekt, schnappt man sich die Dame und will schmusen, dann fängt man sich selbst ohne Warnung schnell einen Biss oder eine Kralle ein, nicht letal, aber doch spürbar, gegen ihren Willen geht nichts. - Lucky ist die weise Dame bei uns, die allerdings ab und zu auch einen Anfall bekommt und dann vor dem Futterplatz stehen bleibt und uns lauthals beschimpft und auf unsere Aufgaben hinweist. - Das kann Stunden gehen, selbst wenn sie gerade gefressen hatte, ohne dass man irgendetwas herausrückt lässt die nicht weiter ruhig, es kann aber wohl passieren, dass sie das Fressen dann nur einmal ansieht, auf der gesunden Pfote kehrt macht und verschwindet. - Mag ein Machtkampf sein mit uns Zweibeinern, meist gewinnt sie, weil man das irgendwann nicht mehr hören will und weil Lucky sowieso einen Schutzreflex bei uns auslöst, es scheint, die will das ab und zu einfach wieder bewiesen haben. - Vier Katzen, neun Welten, die eine kann nicht mit der anderen und ein weiser alter Eunuch behält mit sanften Pfoten die Ordnung über diesen Haufen, der sich heute zu eigenen Ehren endlich mal friedlich zu viert fotografieren ließen. - Ich kann es immer nur wiederholen, ich wäre am liebsten eine meiner Katzen Fulanito de tal dice hoy: Bajarle a uno los humos Einem den Dampf absenken. - Wenn man sich jemand zurechtlegen will, dann dreht man ihm den Dampf ab. - Jemand wieder auf den Boden der Realität zurückholen.
Von links nach rechts: Paul, Mops, Mia und Lucky, die Hand ist die meiner Frau
Freitag 17.05.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 15 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1012 hPa Der "Fall Juanra" bleibt weiter Tagesthema Niemand hat etwas gewusst Äußerst auffallend ist auch, dass die kanarenweit erscheinende Tageszeitung "El Día" nun den dritten Tag hintereinander als Titelgeschichte die mysteriösen Vorgänge um die Einstellung des Ex-Bürgermeisters der Stadt Los Llanos als Veterinär in der "GMR" bringt. - Solche Ehre kommt sonst niemandem zum Teil, die wollen das wissen und geben keine Ruhe und so findet der Beobachter natürlich auch, dass die sich die Geschichte nicht aus den Rippen geleiert haben können, sondern dass da was dran sein muss. - Ich werde nun die gesamten Vorfälle nicht erneut schildern, wer gar nicht weiß, um was es hier geht, der geht zurück zum Mittwochmorgen und liest dort die Vorgeschichte. - Auch fällt auf, dass Juan Ramón Marín sich gar nicht in der Öffentlichkeit zeigt, und sich noch nicht zu den Angriffen in den Zeitungsartikeln geäußert hat. - Ein Schuldeingeständnis ist das natürlich nicht, aber Juan Ramón Marín hat sich sonst immer auffallend schnell zu diversen Themen interviewen lassen. - Wer sich aber nun öffentlich dargestellt hat, das ist der politische Chef des Landwirtschaftsrates und damit auch der öffentlichen Firma "GMR" (Gestion de Medio Rural) welche ja die Ausschreibung für den Posten eines, wir sollten es wohl Amtstierarztes nennen, aufgelegt hat. - Juan Ramón Hernández Gómez lässt jetzt in einem Artikel ganz klar wissen, das er überhaupt nichts davon gewusst hat, dass die "GMR" überhaupt eine solche Ausschreibung laufen hat, und hat erst später erfahren, dass sein guter Freund, Juan Ramón Rodriguez Marín, diesen Posten erhalten hat. - Er hätte sich sehr darüber gefreut, allerdings hätte er überhaupt keinen Einfluss darauf, denn die "GMR" arbeite autonom und würde nicht in allen Angelegenheiten gleich den obersten politischen Rat anrufen. - Diese Haltung hatte man erwartet, allerdings scheint es unwahrscheinlich, dass die "GMR" ohne Wissen der obersten Führung Tierärzte einstellt, während doch gleichzeitig Mitarbeiter dieser Firma in "ERE" geschickt werden, die spanische Version der Kurzarbeit, aber bei Null-Stunden. - Auch wird der palmerische Ableger der "GMR" ja komplett aufgelöst werden, warum dann da noch ein Tierarztposten her muss, das bleibt fragwürdig. - Diese Stelle als Tierarzt gab es aber auch nur für ein halbes Jahr, mit der Option auf Verlängerung um ein weiteres halbes Jahr und es ist bislang noch nicht berichtet worden, ob Juan Ramón Marín denn nur ein halbes, oder ein ganzes Jahr beschäftigt war. - Juan Ramón Hernández scheint aber unantastbar zu sein, vermuten kann man alles, aber vor welchem Gericht auch immer, sind Vermutungen natürlich weniger als Schall und Rauch. - Theoretisch kann auch Juan Ramón Marín zunächst niemand etwas, wenn er einfach nur seine Bewerbung abgeschickt hat, als Antwort auf die Einladung zur Ausschreibung, dann hat er in seinen Augen den Wettbewerb korrekt gewonnen und auch den Dienst bei der "GMR" legal abgeleistet. - Aus einem anderen Artikel, natürlich auch von "El Día", kann man auch noch den Vorwurf lesen, er wäre zwar nun der Veterinär der "GMR" gewesen, aber kein Landwirt hätte ihn jemals seine Arbeit machen sehen, und wie viel Wahrheit da nun dran ist, das können wir natürlich überhaupt nicht abschätzen. - So bleibt also im Moment als greifbare Person, José Luis Rodríguez Lorenzo übrig, der Chef der "GMR", welcher auch für den Wettbewerb zuständig war. - Hier steht ja der Vorwurf im Raum, dass man den beiden anderen Tierärzten gar keine Einladungen zur Bewerbung hätte zukommen lassen und die Unterschriften auf den Zustellungsbelegen gefälscht hätte. - Beide Tierärzte sagen nämlich aus, dass man niemals eine solche Einladung erhalten hätte und seitens der Geschäftsleitung der "GMR" heißt es dazu, dass es ja gut sein könnte, dass Familienangehörige oder Mitarbeiter die Post entgegengenommen haben aber dann vergaßen, diese weiter zu geben. - Theoretisch möglich, aber eben sehr unwahrscheinlich und wenn man hier ein Einschreiben erhält, dann muss man nicht nur unterschreiben, sondern auch noch seine "NIF" (Número de Identificación Fiscal), also die Steuernummer mit angeben, die Nummer welche einen ein Leben lang in Spanien begleitet. - Keine angenehme Position in welcher sich die Beteiligten befinden, denn "El Día" hat mit seinen drei Titelgeschichten hintereinander klar gemacht, dass man den Fall nicht auf sich beruhen lassen wird und alle Welt, sei es auch nur die Mondo Piccolo hier auf La Palma sieht zu, ob denn investigativer Journalismus auch hier auf den Kanaren gelingen kann.
Donnerstag 16.05.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1013 hPa Höchsttemperatur heute 19,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad Cabra-Burger Fast-Food downgeslowt Wenn schon Anglizismen, dann richtig daneben, sonst macht es keinen Spaß. - Eine der inzwischen üblichen Tapas und Copa-Touren ist gerade wieder zu Ende gegangen, und nun werden die Siegerrestaurants genannt. - Angefangen hat das vor Jahren mal hier im Aridanetal mit der "Ruta del Gallo" und der Trick dabei ist immer der gleiche, die Cafés, Kneipen und Restaurants bieten dann eine besondere Tapa und ein Getränk zum Preis von 2,50 Euro, um auch mal Publikum auf sich aufmerksam zu machen, welches sonst nicht kommt. - Die Kunden bekommen dann auch noch irgendwelche Preise, wie Mützen oder Schürzen und am Schluss gibt es dann meist auch noch eine Auslosung für einen größeren Preis, welcher oft ein Wochenendaufenthalt in einem Ferienquartier ist. - Jetzt geht zu Ende die zweite Auflage der "Ruta Gastronómica de Cruces y Tapas", welche in den Gemeinden Santa Cruz de La Palma, Breña Baja, Breña Alta und Mazo abgehalten wurden. - Gastronomische Tour der Kreuze und Deckel heißt das korrekt übersetzt, und jeder der schon mal an Spanien gerochen hat, der weiß natürlich was der "Deckel" bedeutet, so nennen wir eine Kleinigkeit an Speise, welche zu einem Getränk gereicht wird.- Außerhalb der festen Mahlzeiten isst man hier zum Trinken und nicht umgekehrt, kommt mir manchmal sehr gelegen, mich stört dieses viele Essen beim Wein immer Das mit dem Kreuz, das kommt daher, dass diese Tour im Mai gemacht wird, und dieser Monat ist eben auch für die Kreuzfeste in den genannten Gemeinden sehr wichtig. - Die Wirte der Etablissements, welche an diesen gastronomischen Touren teilnehmen, die werden auch immer phantasievoller mit ihre Kreationen und manchmal kommen sogar richtig bekloppte Sachen dabei raus, wenn mal wieder ein Wirt über das kulinarische Ziel hinausschießt. - Also, die Gewinner sind, zunächst der Kiosco de la Playa de la Salemera mit der Schöpfung "Arena blanca" also weißer Sand und das ist ein Flan aus Spinat mit geräuchertem Marzipan in einem Blätterteignest und ich glaube, Sie wissen nun was ich meine, mit dem "über das Ziel hinaus". - Und wenn Sie glauben, ich erzähle Mist, ich kopiere Ihnen gerne noch das Original aus der Pressemeldung rein: "flan de espinacas y queso ahumado de almendras en nido de hojaldre" - Queso de almendra, das ist unsere Art Marzipan zu machen. - La Bodeguita de Los Cancajos wurde ebenso ausgezeichnet, für ein Gericht mit Ziegenfleisch mit Süßkartoffeln, also etwas Bodenständiges. - Der Parador bekam auch einen Preis für sein Gericht Kaninchenrücken mit weißem Porree gefüllt und dazu mit Käse überbackenen Süßkartoffeln und das ist auch eine gehobene Darstellung von palmerischen Grundzutaten, da tut sich also was in Richtung "Neue Palmerische Küche". - Back to the roots ging man im Restaurant "El Carajo", und dort servierte man Gofio in Wein, eine so genannte "Ralera", die man eigentlich sonst am frühen Morgen mit Milch kennt anstatt Wein. - Auch wurde ausgezeichnet die Bodega "La Paranda" in der Hauptstadt, dort gewann man mit einem Salat mit Stockfisch und Bananen. - Zusätzlich ausgezeichnet wurde auch noch die Cinnamon Bar, und die bekamen eine Auszeichnung für ihren guten und freundlichen Service. - Auf La Palma ist freundliche Bedienung zunächst nichts anderes als formloser Gewaltverzicht - Der Spruch stammt eigentlich aus dem Bayrischen Wald, aber als von dort stammender kann ich Ihnen durchaus versprechen, dass es viele Gemeinsamkeiten zwischen niederbayrischen Grantlhubern und voll krass endemen Palmeros gibt. - Ich gratuliere herzlich den Gewinnern, hätte aber am allerliebsten in der Tasca El Refugio gegessen, dort gibt es die palmerische Antwort auf die Globalisierung der kulinarischen Weltformel, den Cabra-Burger, also einen platten Klops aus Ziegenhackfleisch. - Verschluck dich dran MacDonalds, wir haben Fast-Food downgeslowt, auch wenn unser Englisch meist so schlecht ist, dass sich nur zwei Spanier gegenseitig in dieser Fremdsprache unterhalten können. Einen Nachtrag noch zu gestern. - Es gibt nicht nur auf der Ostseite die Tradition, gebrauchte Kleidung für Bedürftige auch an Bushaltestellen abzulegen. - Bei der Cascada oberhalb von El Paso wird das auch gemacht, und im Nordwesten zwischen Las Tricias und La Punta. - Danke für die Hinweise! Fulanito de tal dice hoy: Bajar la guardia Die Wacht sinken lassen. - Das sagt man, wenn man einer Situation nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit oder Vorsicht gelten lässt.
Palmerische Systemgastronomie